
Nazim Hikmet
Nazim Hikmet (1902-1963), geboren in Thessaloniki während des Osmanischen Reiches und dessen Werke von Mikis Theodorakis, Manos Loizos, Thanos Mikroutsikos und anderen vertont wurden, ist einer der großen ausländischen Dichter, der für griechische Leser einen besonderen Platz einnimmt. Aus einer Familie von Staatsbeamten stammend, besuchte Hikmet zunächst die Marineakademie und unterstützte die kemalistische Revolution, während er gleichzeitig patriotische Gedichte in Versform schrieb. Seine kommunistischen Ideen brachten ihn jedoch schnell in Konflikt mit der neuen Ordnung in der Türkei. Um die Ergebnisse der bolschewistischen Revolution aus erster Hand zu erleben, zog er nach Moskau, wo er Wirtschaft und Politikwissenschaft studierte. 1924 kehrte er in die Türkei zurück, führte den freien Vers und die sogenannte "Entpoetisierung der Poesie" ein und förderte systematisch seine politischen Ansichten durch sein facettenreiches literarisches Werk. Infolgedessen wurde er als Dissident betrachtet und verbrachte viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. 1951 verließ er die Türkei dauerhaft und verbrachte seine letzten Jahre in der UdSSR und anderen osteuropäischen Ländern, wo er seinen kommunistischen Idealen diente. In seiner Heimat wurde er vor allem nach seinem Tod populär. Für die türkische Linke war er "der Dichter des Volkes und ein Held der Revolution." International gilt er als einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts, und seine Werke wurden in 50 Sprachen übersetzt.