Solon

Solon
Großer athenischer Gesetzgeber, Philosoph und Dichter (639 - 559 v. Chr.) und einer der sieben Weisen des antiken Griechenlands. Er stammte aus einer wohlhabenden und aristokratischen Familie, die von der Linie des Kodros, des Königs von Athen, abstammte. Sein Vater, Exekestides, sorgte für seine Erziehung und Ausbildung. Als Solon sein Vermögen verlor, wandte er sich dem Handel zu und reiste nach Ägypten und Kleinasien. Diese Reisen nutzte er, um fremde Kulturen und Gesetze sowie das politische und wirtschaftliche Leben anderer Länder zu studieren. Das erworbene Wissen setzte er effektiv für den sozialen und wirtschaftlichen Aufschwung seiner Heimat ein und wurde so zum bedeutendsten Mann seiner Zeit. Zunächst gewann er das Vertrauen der Menschen durch seine poetische Arbeit. Mit seinen leidenschaftlichen Versen beeinflusste er die öffentliche Meinung in Athen, indem er die Athener beriet, ermutigte und inspirierte. In seinen Gedichten stellte er fest, dass das Unglück und die Streitigkeiten der Stadt auf Klassenkämpfe zurückzuführen waren, und versprach, die Situation zu beheben. Aus diesem Grund wählten ihn die Athener im Jahr 594 v. Chr. zum Archon mit außergewöhnlichen diktatorischen Befugnissen, um durch Reformen der Institutionen den Frieden wiederherzustellen. Solons gesetzgeberische Maßnahmen waren sehr mutig, aber auch effektiv. Zu den bedeutendsten gehörten die Einteilung der Bürger in Klassen basierend auf ihrem Einkommen, die "Seisachtheia", die Abschaffung der Schulden, und die Gründung der Ecclesia (Volksversammlung). Seine Gesetzgebung erlangte Berühmtheit und beeinflusste die Entwicklung des Rechts. Zu Recht wird Solon als Vater des Zivilrechts angesehen. Um Änderungen an seiner Gesetzgebung zu verhindern, ging Solon für zehn Jahre ins selbst auferlegte Exil. Bald darauf entstanden jedoch Unruhen, hauptsächlich von den Adligen angestiftet, und die Stadt fiel in Anarchie. Während seines zehnjährigen Exils besuchte Solon unter anderem Kroisos, den König von Sardes, der ihn fragte, ob er jemanden kenne, der glücklicher sei als er selbst. Solon erwähnte drei Fälle glücklicher Menschen und riet ihm mit dem berühmten Spruch: "Zähle keinen Menschen glücklich, bevor das Ende bekannt ist." Als er nach Athen zurückkehrte, fand er es dank seiner Gesetzgebungsmaßnahmen in sehr gutem Zustand vor und starb glücklich im hohen Alter. Solon war auch ein elegischer Dichter. Er schrieb eine Elegie mit dem Titel "Salamis", in der er die Athener aufforderte, ihre geliebte Insel zurückzuerobern. Von dieser Elegie sind nur acht Zeilen erhalten. Solon schrieb auch politische Elegien, von denen wir größere Fragmente besitzen. In diesen drückt er seine politischen Überzeugungen aus und spiegelt seinen Patriotismus und seine Liebe zur Gerechtigkeit wider. Seine Elegien wurden "gnomisch" genannt, weil sie viele Maximen enthalten.



