
Dimitris TH. Tsatsos
D. Th. Tsatsos wurde 1933 in Athen geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Athen und Heidelberg. 1965 arbeitete er als Forscher am Max-Planck-Institut. 1968 wurde er zum Dozenten gewählt und lehrte an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Im selben Jahr wurde er zum Dozenten für Verfassungsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät von Athen gewählt, aber das diktatorische Regime erlaubte ihm nicht zu lehren.
1969 wurde er zum Professor an der Universität Thessaloniki gewählt, aber die Diktatur ernannte ihn nicht. 1970 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Bonn gewählt. 1973 wurde er aufgrund seiner anti-diktatorischen Aktivitäten politischer Gefangener. 1974, als stellvertretender Minister für Hochschulbildung in der Regierung der Nationalen Einheit, etablierte er Maßnahmen zur Säuberung der Universitäten von Diktatur-Kollaborateuren. 1975 war er als Abgeordneter für Athen der Generalberichterstatter für die Verfassung im Namen aller Oppositionsparteien. Von 1988 bis 1992 war er Präsident der Vereinigung der griechischen Verfassungsrechtler.
Seit 1980 ist er Professor für Verfassungsrecht an der Panteion-Universität für Sozial- und Politikwissenschaften und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hagen. Von 1987 bis 1997 war er Direktor des Forschungsinstituts für Europäisches und Deutsches Parteienrecht an der Universität Hagen. 1995 wurde ihm der "Kulturpreis Europa 1995" verliehen.
Er ist Gründer und Präsident des Zentrums für Europäisches Verfassungsrecht - Themistokles und Dimitris Tsatsos Stiftung. Im Juni 1994 wurde er zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt. 1997 war er Berichterstatter im Europäischen Parlament für den Amsterdamer Vertrag, der den Vertrag von Maastricht änderte.
1998 wurde ihm das "Goldene Verdienstkreuz" der Bundesrepublik Deutschland für seinen Beitrag zum Frieden (Kampf gegen die Diktatur), die Idee der europäischen Integration und die deutsche Wissenschaftsgemeinschaft verliehen. 2002 ehrte ihn die Bundesrepublik Deutschland als Pionier der griechisch-deutschen Beziehungen mit der höchsten Auszeichnung, dem "Großkreuz des Verdienstordens".
Im Dezember 2001 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Aristoteles-Universität Thessaloniki verliehen. Im November 2003 wurde er zum Honorarprofessor für Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Düsseldorf gewählt. Im September 2005 übernahm er den Vorsitz des Wissenschaftlichen Rates des Instituts für Kommunalverwaltung. Nach den Wahlen 2009 diente er als Berater des Innenministers Yiannis Ragousis.
D. Th. Tsatsos verstarb im April 2010.