
Jorge Semprun
Jorge Semprún (1923-2011) wurde in Madrid geboren. Seine Familie floh 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs ins Ausland und lebte ab 1939 in Paris, wo er Mitglied der Kommunistischen Partei wurde und am Widerstand gegen die Nazis teilnahm. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und zwei Jahre lang im Konzentrationslager Buchenwald festgehalten, unter Bedingungen, die sein späteres schriftstellerisches Werk tiefgreifend beeinflussten. Nach seiner Befreiung im Frühjahr 1945 wurde er Verantwortlicher für die illegale Arbeit der Kommunistischen Partei Spaniens und schnell Mitglied des Zentralkomitees. Im April 1964 wurde er zusammen mit Fernando Claudín von Santiago Carrillo und La Pasionaria ausgeschlossen. Seitdem widmete er sich der Literatur und auch dem Kino. Die Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren ermöglichte es ihm, kämpferisches politisches Denken mit literarischer Tätigkeit zu verbinden. Er schrieb das Drehbuch für den Film "Der Krieg ist aus" von Alain Resnais, mit dem er mit seiner eigenen Vergangenheit abrechnete, und arbeitete mit Costa-Gavras an den Drehbüchern für dessen Filme "Das Geständnis", "Z" und "Der unsichtbare Aufstand". 1969 wurde ihm der Prix Femina für "Der zweite Tod des Ramón Mercader" verliehen, ein Thriller, der in den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs spielt. Nach dem Tod Francos 1975 veröffentlichte er 1977 in Spanien das Buch "Die Autobiografie des Federico Sánchez" (eines seiner Pseudonyme während seiner illegalen kommunistischen Tätigkeit), in dem er seinen Weg in der Kommunistischen Partei Revue passieren lässt. Von 1988 bis 1991 war er Kulturminister in der Regierung von Felipe González. 1996 wurde er als erstes nicht-französisches Mitglied in die Académie Goncourt gewählt. 2004 wurde er mit dem Prix Ulysse für sein Gesamtwerk ausgezeichnet und 2007 zum Ehrendoktor der Universität Rennes ernannt. Auf Griechisch sind bei Exandas seine Bücher erhältlich: "Die große Reise" (1974; 2001), "Der weiße Berg" (1987; 2001), "Die Autobiografie des Federico Sánchez" (1987), "Was für ein schöner Sonntag!" (1989), "Die Rückkehr des Nechajew" (1992), "Grüße von Federico Sánchez" (1995), "Schreiben oder Leben" (1996), "Leb wohl, Licht der Jugend" (2001), "Die Sandalen" (2003), "Der Tote, den wir brauchen" (2003), "Zwanzig Jahre und ein Tag" (2005) u.a. Er beteiligte sich auch am kollektiven Werk der Weltakademie der Kulturen "Die Intoleranz" (Exandas 1999). Er starb am Dienstag, den 7. Juni 2011, im Alter von 87 Jahren in Paris.