
Albert Cohen
Abraham Albert Cohen wurde 1895 auf Korfu geboren, in eine Familie von Juden aus Korfu, die seit langem auf der Insel ansässig war (seine Familie war in der Seifenherstellung tätig). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts emigrierten seine Eltern aufgrund des zunehmenden Antisemitismus auf der Insel nach Marseille. Albert Cohen erhielt eine katholische Erziehung und schrieb sich 1904 am Lycée Thiers ein, wo er Klassenkamerad des jungen Marcel Pagnol wurde. 1914 zog er nach Genf, um Jura und Literatur zu studieren. 1919 erwarb er die Schweizer Staatsbürgerschaft (anstelle der osmanischen). Sechs Jahre später übernahm er die Leitung der "Revue juive" ("Jüdische Revue"), zu deren Redaktion auch Namen wie Albert Einstein und Sigmund Freud gehörten. Zwischen 1926 und 1931 arbeitete er beim Internationalen Arbeitsamt in Genf. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs floh er nach Bordeaux und dann nach London. Im Auftrag der "Jewish Agency for Palestine" war er damit betraut, mit Vertretern der im Exil lebenden jüdischen Gemeinschaften zu kommunizieren. 1944 wurde er zum Rechtsberater des Intergouvernementalen Komitees für Flüchtlinge ernannt, das den Internationalen Vertrag vom 15. Oktober 1946 zum Schutz der Flüchtlinge ausarbeitete. 1947 kehrte er nach Genf zurück, und einige Jahre später (1957) lehnte er die Position des israelischen Botschafters ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er starb am 17. Oktober 1981 in Genf, nachdem sein Werk endlich Anerkennung gefunden hatte: Sein erstes Buch wurde von Gallimard veröffentlicht, er trat in der Fernsehsendung von Bernard Pivot auf, und das "Magazine Littéraire" widmete ihm das Titelblatt einer seiner Ausgaben. Zu seinen wichtigsten Werken auf Französisch gehören: "Paroles juives" (Gedichte, 1921), "Solal" (Roman, 1930), "Mangeclous" (Roman, 1938), "Le livre de ma mère" (persönliche Memoiren, 1954), "Belle du Seigneur" (Roman, Grand Prix du Roman der Académie française, 1968), "Les valeureux" (Roman, der auf Kefalonia spielt, 1970), "Ô vous, frères humains" (1972) und "Carnets" (Tagebuch, 1979).