Gerhard Schröder

Gerhard Schröder
Gerhard Schröder wurde 1944 in eine Arbeiterfamilie geboren. Er hat seinen Vater nie kennengelernt, da dieser an der russischen Front im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Schröder war gezwungen, schon in jungen Jahren als ungelernter Arbeiter im Bauwesen zu arbeiten. Nach dem Abitur entschied er sich, Jura zu studieren. Mitte der 1970er Jahre, nachdem er seine Zulassung als Rechtsanwalt erhalten hatte, stand ihm der Weg zu einer politischen Karriere offen. Schon als Student war Schröder ein aktives Mitglied der Jugendorganisation der Sozialdemokraten und übernahm 1978 deren Vorsitz auf Bundesebene. Seine Amtszeit in der politischen Jugendorganisation, die später Kanzler wurde, wird damit in Verbindung gebracht, die Bindungen der Organisation zur SPD etwas gelockert zu haben. 1980 wurde er als Abgeordneter der SPD in den Bundestag gewählt, doch seine Ambitionen endeten nicht dort. Er organisierte eine Kampagne, um Ministerpräsident von Niedersachsen zu werden. Obwohl er bei den Kommunalwahlen 1986 scheiterte, gelang ihm dies schließlich 1990, als er gemeinsam mit der neuen Grünen Partei regierte. Vier Jahre später gewannen Schröders Sozialdemokraten die absolute Mehrheit in Niedersachsen, seiner Heimat. Auch als Ministerpräsident des Landes strebte Schröder stets nach größeren Auszeichnungen auf Bundesebene. 1993 kandidierte er für den Vorsitz der SPD, verlor jedoch gegen Rudolf Scharping, der seinerseits bei den Bundestagswahlen 1994 scheiterte, was zur Wahl von Oskar Lafontaine als neuem Vorsitzenden der Sozialdemokraten führte. Die Wahl des Kanzlerkandidaten 1998 durch die SPD sollte zwischen Lafontaine und Schröder entschieden werden. Im selben Jahr fanden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. Schröder gelang es, die Prozentsätze der Sozialdemokraten erheblich zu steigern, was Lafontaine "zwang", seine Kanzlerkandidatur zurückzuziehen. Am 27. September 1998 wurde Schröder zum Bundeskanzler Deutschlands gewählt und beendete die 16-jährige Dominanz der Christdemokraten. Mit fast 41 % der Stimmen wurde die SPD zur führenden Partei im Bundestag, und Schröder verkündete vor Tausenden begeisterter Anhänger "das Ende der Kohl-Ära." Er blieb bis 2005 Kanzler, als er bei den Bundestagswahlen unterlag und gezwungen war, zurückzutreten und sein Amt an die Vorsitzende der Christlich Demokratische Union, Angela Merkel, zu übergeben.
