
Kypros CHrysanthis
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, innerhalb der zypriotischen Literatur—die im Wesentlichen ein Bestandteil der modernen griechischen Literatur mit nur geografischen Unterschieden bildet—ragten zwei Autoren gleichermaßen als führende Persönlichkeiten hervor: Kostas Montis und Kypros Chrysanthis. Beide zeichneten sich sowohl in der Poesie als auch in der Prosa aus. Kypros Chrysanthis (1915-1998) war eine bedeutende Figur nicht nur im literarischen, sondern auch im sozialen und nationalen Leben Zyperns. Er studierte Medizin an der Universität Athen und übte diesen Beruf als sozialen Dienst mit Menschlichkeit und einem starken Pflichtbewusstsein aus. Seine Dichtung ist von einer Liebe zu Griechenland durchdrungen, während sie mit ihrer lyrischen Intensität fesselt und bewegt. Er betätigte sich in nahezu allen literarischen Genres. Seine Prosawerke, frei von erzählerischer Last, erzählen hauptsächlich menschliche Geschichten aus dem zypriotischen Leben. Besonders berührten ihn die dramatischen Ereignisse, die mit der türkischen Invasion einhergingen. Viele Jahre lang leitete er die Zeitschrift "Kypriaka Grammata", deren Veröffentlichung nach seinem Tod von seiner treuen Ehefrau fortgeführt wird. Weitere biografische Details zu Kypros Chrysanthis finden Sie in Alexis Ziras, "Chrysanthis Kypros," im "Lexikon der modernen griechischen Literatur," Athen, Patakis Verlag, 2007.