Einkaufsführer für Schmierstoffe und Öle
Wann wählen wir Lithium-, Kupfer-, Silikon- oder Marinefett?
Die Wahl des richtigen Fettes ist nicht nur eine Frage des "damit es nicht knarrt". Die Verwendung des falschen Schmiermittels kann Gummidichtungen beschädigen, ein Festfressen von Komponenten aufgrund hoher Temperaturen verursachen oder beim ersten Kontakt mit Wasser vollständig ausgewaschen werden.
Um deine Ausrüstung in bestem Zustand zu halten, sieh dir die wichtigsten Fettarten an, worin sie sich unterscheiden und wann du welches verwenden solltest.
1. Lithiumfett - Der "Allrounder" der Schmierung
Das Lithiumfett ist der König für den allgemeinen Gebrauch. Es bietet hervorragende Haftung, Beständigkeit bei mäßigen Temperaturen und hohen Belastungen, während es effektiv vor Verschleiß durch Metall-auf-Metall schützt.
Wofür es verwendet wird: Radlager, Ketten, Scharniere, Schiebetürführungen, landwirtschaftliche Maschinen, Achsen und Aufhängungsteile von Fahrzeugen.
Wann man es vermeiden sollte: Bei Kontakt mit Gummi (O-Ringen) oder Kunststoff, da es diese allmählich aufquellen oder korrodieren lassen kann, sowie bei extremen Temperaturen (über 150°C).
Für Boote, Anhänger & Meer: Marinefett.
2. Kupferfett - Für Extreme Temperaturen & Klemmungen
Das Kupferfett ist nicht für schnell bewegliche Teile (wie Lager) gedacht, sondern wirkt als Anti-Haft- und Korrosionsschutzgrundierung. Es hält extremen Temperaturen stand (häufig bis zu 1100 Grad Celsius ) und verhindert, dass metallische Gewinde durch Hitze oder Rost "haften".
Wo es verwendet wird: Hinterseite der Bremsbeläge (zur Eliminierung von Vibrationen), Zündkerzen-Gewinde, Auspuffschrauben, Mehrfachauspuffanlagen, Radmuttern.
Wann man es vermeiden sollte: Niemals innerhalb des Bremssattels oder bei den Slider-Pins verwenden, auch nicht bei Aluminiumteilen, wenn keine spezielle Kompatibilität angegeben ist (Gefahr der galvanischen Korrosion).
3. Silikonschmierstoff - Für Kunststoffe & Gummi geeignet
Wenn Ihre Anwendung Gummi, Kunststoff oder Wasser umfasst, ist der Silikonschmierstoff die einzige sichere Wahl. Er ist wasserfest, trocknet nicht leicht, greift Elastomere nicht an und wirkt ausgezeichnet als elektrischer Isolator (Dielektrizitäts-Schmierstoff).
Wo er verwendet wird: Dichtungen, Gummi-O-Ringe (z.B. in Poolfiltern oder Hydraulik), Bremsbeläge, Zündkerzenkabel, Tauchausrüstung, e-Bike/Fahrradmechanismen.
Wann man ihn vermeiden sollte: Auf Metallflächen mit schweren Belastungen und hoher Reibung zwischen Metall und Metall (bietet nicht die erforderliche Filmbeständigkeit wie Lithium).
4. Marine / Meeresfett: Absolute Beständigkeit gegen Salz & Wasser
Das Meeresfett (meist auf Calcium- oder Calcium-Sulfonsäure-Komplexbasis) ist speziell entwickelt, um nicht vom Meer- oder Süßwasser ausgewaschen zu werden (Wasserwaschbeständigkeit) und die korrosive Wirkung des Salzes zu verhindern.
Wo es verwendet wird: Radlager von Bootstrailern (die im Meer versenkt werden), Ankerarbeiter, Steuerstangen von Außenbordmotoren, Bootsscharniere, Jet-Ski-Ausrüstung.
Wann man es vermeiden sollte: Bei Anwendungen, die ein sehr dünnflüssiges Schmiermittel erfordern, oder in trockenen Haushaltsumgebungen, in denen ein einfaches Lithiumfett den gleichen Schutz bei geringeren Kosten bietet.
Welche Form und Verpackung sollten Sie wählen?
Grauspray: Ideal für schwer zugängliche Stellen, Ketten und schnelle Anwendung.
Füllfeder 400g: Die Standardwahl für Profis, Werkstätten und Landwirte. Wird direkt in manuelle oder pneumatische Fettpresse eingesetzt.
Rohr / Dose: Geeignet für Heimwerker, die eine kleine Menge benötigen und mit Pinsel oder Finger auftragen.
Skroutz Tipp: Wenn Sie Fett in einer 400g-Füllfeder für die Fettpresse kaufen, prüfen Sie, ob Sie auch eine Sicherheitsdüse benötigen. Das spart Zeit und verhindert Fettverschüttungen bei der Wartung.
Die endgültige Auswahl auf einen Blick
Für allgemeine Arbeiten in der Garage & im Haus: Lithiumfett.
Für Bremsenwechsel & Schrauben, die rosten: Kupferfett.
Für Dichtungen, O-Ringe & Hydraulik: Silikonfett.
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