Kaufratgeber: Multifunktionsgeräte & Fitnessgeräte
Wenn du zu Hause Krafttraining machen oder ein Fitnessstudio ausstatten möchtest, findest du hier alles – von einer einfachen Klimmzugstange bis hin zu kompletten Kraftstationen, Racks und Geräten für jede Muskelgruppe. Dieser Ratgeber hilft dir, den passenden Gerätetyp für dein Ziel und deinen verfügbaren Platz zu finden!
1. Gerätetyp: Kraftstation, Rack oder Gerät für eine einzelne Übung
Als Erstes solltest du entscheiden, ob du ein Gerät für möglichst viele Übungen oder ein Gerät für eine bestimmte Übung möchtest.
Kraftstationen und Kabelzuggeräte
Multi Gym: ein Gerät mit mehreren Stationen, meist mit Brustpresse, Butterfly, Latzug, Ruderzug und Beinstrecker. Für Anfänger ist es die einfachste Lösung, da die Bewegung geführt wird und du keine Hilfsperson brauchst.
Crossover: zwei unabhängige, höhenverstellbare Kabelzüge für Hunderte von Übungen mit Seilzügen. Die kompakteren Varianten werden auch Functional Trainer genannt. Sie sind äußerst vielseitig und nehmen weniger Platz in der Breite ein als ein klassischer Studio-Crossover.
Latzüge: für Zugübungen von oben und meist auch für Ruderzüge von unten. Ideal als Ergänzung zu einem Rack oder wenn du noch keine Klimmzüge schaffst.
Rudergeräte: Geräte für Ruderzüge, die Rücken und Rückenmuskulatur trainieren.
Racks und Smith-Maschinen
Power Racks und Cages: ein geschlossener „Käfig“ mit vier Pfosten und Sicherheitsablagen. Damit kannst du schwere Kniebeugen und Bankdrücken sicher allein ausführen. Die ideale Basis für alle, die ernsthaft mit freien Gewichten trainieren.
Half Racks: ein halbes Rack mit zwei Pfosten und Sicherheitsarmen. Es braucht weniger Platz, bietet beim alleinigen Training aber etwas weniger Schutz.
Squat Racks: einfache, preiswerte und leichte Hantelständer. Sie eignen sich für moderate Gewichte oder wenn immer jemand zur Unterstützung dabei ist.
Smith-Maschine: die Hantelstange läuft in Führungen und lässt sich durch eine Drehung des Handgelenks einhaken. Sie bietet Anfängern und allein Trainierenden mehr Stabilität und Sicherheit, die Bewegung ist jedoch weniger natürlich. Viele moderne Modelle kombinieren Smith-Maschine, Rack und Kabelzüge in einem System (All-in-one).
Geräte für einzelne Muskelgruppen
Wenn du bestimmte Muskeln gezielt trainieren oder deine Ausstattung ergänzen möchtest, wähle ein Gerät passend zu der Körperpartie, die du trainieren willst:
Beine und Gesäß: Beinpresse, Squat-Geräte, Beinstrecker, Beinbeuger, Gesäßtrainer, Adduktoren-/Abduktorenmaschinen und Wadenmaschinen. Viele Geräte kombinieren Beinstrecker und Beinbeuger.
Brust: Brustpressen und Peck Deck, auch „Butterfly“ genannt.
Schultern und Arme: Schulterpressen, Bizepsmaschinen und Trizepsmaschinen.
Rücken und unterer Rücken: Rückentrainer (Hyperextensions) zur Kräftigung des unteren Rückens sowie die oben genannten Kabelzug- und Rudergeräte.
Bauch und Rumpf: Bauchtrainer und Total Crunch, ein Gerät, das Bauch, Arme und Beine mit dem eigenen Körpergewicht trainiert.
Körpergewichtsübungen und Spezialgeräte
Klimmzug- und Dipstationen sowie Dipstationen: Stationen für Klimmzüge, Dips und Beinheben. Sie sind preiswert, platzsparend und stärken Rücken, Arme und Rumpf mit dem eigenen Körpergewicht.
Inversionsbänke: Mit ihnen hängst du kopfüber oder in Schräglage, um die Wirbelsäule zu entlasten. Bei Bluthochdruck, Glaukom oder Herzproblemen solltest du vorher ärztlichen Rat einholen.
Dehngeräte: für kontrolliertes Dehnen und mehr Beweglichkeit.
Pilates-Stuhl: ein kompaktes Pilates-Gerät mit Federn zur Kräftigung des Rumpfes sowie zur Verbesserung von Gleichgewicht und Haltung. Eine gute Lösung, wenn du zu Hause Pilates machen möchtest, aber keinen Platz für einen Reformer hast.
Ski Trainer und Climber: Geräte, die Cardio- und Krafttraining kombinieren und ein intensives Ganzkörpertraining ermöglichen.
2. Widerstandssystem: Gewichtsblock oder eigene Hantelscheiben
Gewichtsblöcke: Das Gerät hat einen integrierten Gewichtsblock, und du stellst das Gewicht ein, indem du einen Steckbolzen versetzt. Das geht schnell, ist praktisch und sicher, da die Gewichte an ihrem Platz bleiben. Achte auf das Gesamtgewicht des Blocks und die Abstufung: Kleinere Gewichtsschritte (z. B. 2,5–5 kg) ermöglichen eine gleichmäßigere Steigerung.
Freie Gewichte: Das Gerät wird ohne Gewichte geliefert. Du kannst entweder eigene Hantelscheiben auflegen (plate-loaded), mit einer Hantelstange und Scheiben trainieren (Racks, Smith-Maschinen) oder dein Körpergewicht nutzen. Der Vorteil: Es gibt keine Obergrenze beim Gewicht und du kannst Scheiben verwenden, die du vielleicht schon besitzt. Der Nachteil: Hantelscheiben verursachen zusätzliche Kosten und benötigen Stauraum.
Kompatibilität der Hantelscheiben: Wenn das Gerät für Hantelscheiben ausgelegt ist, prüfe den Durchmesser der Aufnahme. Olympische Scheiben haben eine Bohrung von 50 mm, herkömmliche Scheiben von 25–30 mm. Sie sind nicht miteinander kompatibel. Einige Geräte eignen sich mit einem Adapter für beide Größen.
3. Einsatzbereich: Heimgebrauch oder gewerbliche Nutzung
Heimgebrauch: für wenige Nutzer und einige Trainingseinheiten pro Woche ausgelegt. Das Gerät ist leichter, kleiner und preiswerter.
Gewerbliche Nutzung: für Fitnessstudios, Studios, Hotels oder sehr häufige Nutzung. Die Geräte haben stärkere Rohre, Kugellager statt einfacher Gleitlager, robustere Stahlseile und Polster sowie meist eine längere Garantie. Auch für zu Hause lohnt sich ein solches Gerät, wenn du intensiv trainierst oder es von mehreren Personen genutzt wird.
➡️ Welches Gerät solltest du wählen?
1. Nach Trainingsprofil
Anfänger, allgemeines Krafttraining zu Hause: ein Multi Gym mit Gewichtsblock für den Heimgebrauch. Die Bewegung ist geführt, die Einstellungen lassen sich schnell anpassen und du brauchst keine Hilfsperson.
Fortgeschrittene mit freien Gewichten: ein Power Rack mit Sicherheitsablagen, Hantelstange und olympischen Hantelscheiben. Wenn du auch Kabelzüge möchtest, schau dir All-in-one-Modelle mit Smith-Maschine an oder ergänze dein Rack mit Latzügen.
Viele Übungsmöglichkeiten auf wenig Platz: ein kompakter Crossover (Functional Trainer) oder ein Gerät mit digitalem Widerstand.
Sehr wenig Platz oder kleines Budget: Klimmzug- und Dipstationen für Körpergewichtsübungen oder ein Squat Rack, wenn du bereits eine Hantelstange hast.
Schwerpunkt Beine und Gesäß: Gesäßtrainer, Beinpresse oder Geräte für Beinstrecker und Beinbeuger.
Pilates, Rumpf und Haltung: Pilates-Stuhl oder Total Crunch.
Kräftigung des unteren Rückens: ein Rückentrainer oder, nach ärztlicher Rücksprache, eine Inversionsbank.
Fitnessstudio oder Studio: Geräte für die gewerbliche Nutzung, mit Kugellagern, stabilem Rahmen und Abdeckung für den Gewichtsblock.
2. Nach Budget
Günstig: Klimmzug- und Dipstationen, einfache Squat Racks, Bauch- und Rückentrainer sowie kleine Geräte ohne Gewichte. Gut für den Einstieg, aber weniger belastbar bei hohen Gewichten.
Mittleres Preissegment: Kraftstationen für den Heimgebrauch mit Gewichtsblock, Half und Power Racks mit Sicherheitsablagen, Latzüge und Geräte für einzelne Muskelgruppen. Für die meisten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Premium: All-in-one-Systeme mit Smith-Maschine, Rack und doppeltem Gewichtsblock, Functional Trainer mit großem Gewichtsblock, gewerbliche Geräte und Geräte mit digitalem Widerstand.
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