Die Leidenschaft oder die Krankheit des Neids ist etwas, bei dem man nie sicher ist, wie man es beschreiben soll, es ist etwas, das mich immer beschäftigt hat. Schließlich werden Leidenschaft und Pathologie von manchen gleichgesetzt, von anderen als verwandt angesehen. Der Neid, der die menschlichen Abenteuer seit Ewigkeiten beherrscht, stellt ein komplexes Rätsel mit verschiedenen, sogar gegensätzlichen Antworten dar, und mit vielen ausweglosen Fragen. Weil ich in meinem Leben neidisch war, kenne ich den Schmerz davon, den Schlund, es ist ein Zerreißen, ein Feuer, das die Eingeweide frisst, innere Organe, und ein großer Teil der medizinischen Wissenschaft glaubt, dass er für schwere organische Krankheiten, Tumore und Krebs verantwortlich ist. Nichts verfälscht deinen Charakter so sehr, beschäftigt deinen Geist so sehr wie Neid. Man würde über die Dummheiten lachen, die dich dazu treiben, dir vorzustellen, zu glauben, wenn nicht dieser schreckliche Schmerz wäre, den du fühlst, wenn das Mikroben des Neids in dir gepflanzt wird. Wo wird es gepflanzt? Im Herzen, im Bauch, im Gehirn? Ich denke, es wird überall gepflanzt, in jeder sichtbaren und unsichtbaren Zelle, in den Zähnen, in jedem deiner Haare, in den Nägeln, es lässt dich verzweifeln und erniedrigen. Es kann manchmal gefährlich für dich selbst und andere werden. Ich glaube, es ähnelt zu sehr dem Hass, und wenn ich so darüber nachdenke, sage ich, dass dann der Hass, wie immer, dich automatisch bestraft, weil du hasst. Wenn es so sehr schmerzt wie Neid, dann ist die Hölle die Sünde und die Strafe gleichzeitig.
Und wovon sprechen wir beim Neid? Vor allem vom Liebesneid. Aber auch der andere Neid, zwischen Freunden, Geschwistern, der Neid, den wir auch Eifersucht nennen, ist ein großes Martyrium, und für den, den du beneidest, aber noch schwerer für dich, der du es fühlst. „Heilt es?“ fragen mich meine Patienten auf beiden Seiten. Vom Liebesneid also, vom Neid des Hasses, von der Seite des Neiders, von der Seite derer, die neidisch sind. Heilt es? Ich weiß es nicht… Ich denke, schwer. Der Psychologe braucht auch ein Wunder als Helfer. Wie immer, also bei jeder Art von Heilung. Zum Glück geschehen Wunder.