Warum hat Platon den Protagoras geschrieben? Es handelt sich, wenn wir den Titel betrachten, um einen Text des Gedenkens; einen Bezugstext zum antiken Sophisten. Der platonische Gast erscheint nicht unmittelbar. Er wird von Sokrates erwähnt, der einem Freund von seiner Begegnung mit dem Sophisten erzählt. Platon wird zum Überbringer der Erinnerungen, zur dritten Stimme, die die protagoreische Rede widerhallt.
Was ist jedoch das Ziel des Autors? Und warum hat er dieses Werk, das Drama mit dem intelligenten Sophisten als Protagonisten, so strukturiert? Die Charaktere, die Handlung und die Inszenierung sind nicht zufällig. Auch die Ideen sind es nicht, die Themen der Diskussion. Letztere scheinen mit den ständigen Wendungen der Positionen und den aussichtslosen Konflikten der Argumente abgewertet zu werden; die Ernsthaftigkeit, mit der die Diskutierenden, die Zuhörer, damals und heute, bereit sind, sie zu betrachten, wird untergraben.
Doch macht Platon nicht oft genau das? Er klammert den Diskurs seiner Protagonisten so erschöpfend an das Wort, an die sprachliche Analyse der Aspekte, die sich aus der Thematik ergeben, dass die Philosophik, die keuchend erscheint, wie eine eigensinnige Erwartung oder eine unsichere Haltung wirkt, die sich ständig verschiebt, ausweicht und zurückweicht.
(. . .) [Auszug aus dem Einführungstext der Ausgabe]
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