Ich war damals dreiunddreißig, an meinem Platz gefesselt, während das riesige Boeing 747, das sich dem Flughafen Hamburg näherte, sich in einen dichten Nebel aus Wolken stürzte, um zu landen. Der gefrorene Regen des Novembers tränkte die Erde und verlieh allem die melancholische Atmosphäre einer flämischen Landschaft: auf dem Boden, der mit Regenmänteln bedeckt war, auf der Fahne am niedrigsten Gebäude des Flughafens, auf dem riesigen BMW-Poster. Tatsächlich... wieder in Deutschland also. Sobald das Flugzeug gelandet war, begann sanfte Musik aus den Deckenlautsprechern zu dringen: eine süße orchestrale Version von „Norwegian Wood“ der Beatles. Diese Melodie hat mich immer zum Frösteln gebracht, aber diesmal war das Frösteln stärker als je zuvor. Ich lehnte mich vor und legte mein Gesicht in meine Hände, um meinen Kopf zusammenzuhalten, damit er nicht in zwei Teile zerbrach. Sofort kam eine deutsche Flugbegleiterin auf mich zu und fragte, ob ich mich wohl fühlte.
„Nein“, antwortete ich, „etwas schwindelig.“ „Sind Sie sicher?“ „Ja. Danke.“ Sie lächelte und ging weg. Die Musik wechselte zu einer Melodie von Billy Joel. Ich richtete meinen Rücken auf und sah aus dem Fenster auf die dunklen Wolken, die über der Nordsee schwebten, und dachte an all die Dinge, die ich bereits im Laufe meines Lebens verloren hatte: für immer verlorene Zeiten, Freunde, die gestorben oder verschwunden waren, Gefühle, die ich nie wieder erleben würde. Das Flugzeug näherte sich dem Gate. Die Passagiere begannen, ihre Sicherheitsgurte zu lösen und ihre Handgepäckstücke herunterzunehmen, während ich in eine Wiese versetzt wurde. Ich roch das Gras, spürte den Wind auf meinem Gesicht, hörte die Stimmen der Vögel. Herbst 1969, bald würde ich zwanzig Jahre alt werden.