Das Porträt hing an der Wand, an der zentralsten Stelle des großen Saals. Es war unmöglich, den riesigen Raum mit der Kristallkronleuchter zu betreten, ohne dass es sofort deine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es war das Beeindruckendste, was dort drinnen war, auch wenn alle Möbel und Gegenstände, die den Raum schmückten, einzigartige Kunstwerke der Schönheit waren. Doch das riesige Gemälde des Porträts war einfach zu imposant. So sehr, dass es dich für einige Minuten an Ort und Stelle erstarren ließ, fasziniert. Der aufwändig geschnitzte, dicke, goldverzierte Rahmen verriet eine Technik, die viele Jahre in der Vergangenheit zurückreichte. Die Abnutzungen darauf waren aus der Entfernung kaum sichtbar, aber bei Nahaufnahme deutlich erkennbar. Es war sicherlich eine Auffrischung oder Restaurierung notwendig. Doch die Farben des Porträts waren so lebendig und hell, als wäre es erst gestern gemalt worden, und zogen die ganze Aufmerksamkeit der gierigen Augen auf sich, wodurch jeglicher Vergleich unmöglich wurde. Im Grunde genommen waren es jedoch nicht die Farben, die den Eindruck hinterließen, sondern das, was auf der Leinwand dargestellt wurde.
Seine reine Höhe betrug anderthalb Meter und seine Breite etwa zwei Meter, doch zusammen mit dem dicken Rahmen wirkte es größer. Die Frau, die dich geradezu ehrfürchtig anstarrte, war von unvorstellbarer Schönheit. Du fragtest dich, ob es überhaupt möglich sei, solche Perfektion in einem einzigen, einzigartigen Wesen zu finden. Sie saß und lehnte auf einem Sessel, der mit tiefblauem Samt bezogen war, mit goldverzierten Löwenfüßen an der Basis. Sie trug ein luftiges, figurbetontes, fast spiderwebartiges schwarzes Kleid, das ihre gut geformten Beine mit den festen Oberschenkeln und den schlanken Knöcheln deutlich erkennen ließ. Sie trug keine Schuhe, und die lackierten roten Nägel ihrer Füße bildeten einen Kontrast zum blauen Stoff. Ihre Taille war ringförmig, und die Kurve ihrer rechten Hüfte bildete ein wunderbar verführerisches Halbkugel. Ihre üppige, aufrechte Brust stand stolz da und wirkte ebenso verführerisch und sinnlich, sodass man versucht war, sie zu berühren.