Die Halbdurchsichtigkeit des Schleiers. All das, was du kaum hinter ihm erkennen kannst. Dann, langsam, sehr langsam, die Bewegung. Und die Art, wie er zögernd hochgehoben wird. Er hebt sich bogenförmig. Trennt sich. Beginnt, die Nacktheit zu offenbaren. Das zu sehen, was er sah. Das zu fühlen, was er fühlte. Die ganze Zeit. Wirklich die ganze Zeit. Das mussten sie gesehen haben, als der Kapitän bestimmte Befehle missachtete und ihn auf das Deck steigen ließ. Genau wie es hinter dem paradoxen Tanz des Tüllvorhangs aussah. Er sollte sich nicht bewegen. Denn das, was auf der anderen Seite des Schleiers offenbart wird, der ruhig im Wind weht, ist eine vollkommen ruhige Wasseroberfläche. Ruhe. Stillstand. So sah die Welt in den Augen von Denda aus, als man ihn in die Frühlingskälte auf dem Deck der alten Flussfähre brachte. Wie ein Wunder der Ruhe, sogar des Friedens. Als ob es, für noch einmal, Hoffnung für die Menschheit gäbe.
Aber natürlich dachte er so nicht. Nicht bewusst zumindest. Vielleicht war dieser Gedanke in ihm, aber nicht mit diesen Worten. Außerdem war er noch sehr jung. Er war zehn Jahre alt, und der Fluss breitete sich vor ihm vollkommen ruhig aus. Es war, als ob eine dünne, unglaublich dünne Eisschicht noch immer die Wasseroberfläche bedeckte, und die alte Flussfähre schnitt sie wie ein scharfes Rasiermesser. Leise. Und auf beiden Seiten des Flusses erstreckte sich eine unfruchtbare, einsame Landschaft, die Landschaft, die in so vielen Fenstern in den letzten Tagen erschienen war. Nur Fenster. Zuerst die Fenster vom Zug, dann die Fenster von den Kesseln, und danach die Bullaugen vom Schiff. Wenn man dieses Ding hier überhaupt Schiff nennen konnte.