Eine unbedeutende, wehrlose, unansehnliche und schwache Frau bietet sich als unser Spaßmacher an, weil sie nicht weiß, dass sie tragisch ist. Lachend verspottet sie sich selbst und täuscht uns, damit wir sie nicht verspotten. Mit ihrem Leben verteidigt sie eine andere Frau, die bestraft wird und sich weigert, sich zu verteidigen: ihre Mutter.
Auf ihrem Weg (ihrem ganzen Leben) von der Vorkriegszeit bis heute erlebt sie die Besatzung, die Flucht in die Hauptstadt, das Betteln, verkleidet sich und verwandelt ihr Leben. Sie wird niemals verstehen, dass sie, während sie ihre Mutter verteidigt, ihrem dauerhaft gedemütigten Heimatland Gesellschaft leistet, in dem sie als Ausgestoßene lebt und Witze erzählt.
Einige könnten denken, dass sie ihr Land symbolisiert (ihr Land), weil beide ähnliche Erniedrigungen erlitten haben, eine ähnliche Zukunftslosigkeit haben und humorvoll sind. Um nicht Ziel eines Schusswaffeneinsatzes zu werden, wird sie sich verkleinern und sich lächerlich machen.
Sie wird sich auf Verletzungen vorbereiten, indem sie sich täglich vorsorglich selbst verletzt. Aber niemand wird sie steinigen. Denn niemand hat von ihrer Existenz Notiz genommen. Und weil sie niemanden hat, der ihr nahe steht (sogar der Autor dieses Buches verlässt sie), findet die Frau im Leser des Buches Zuflucht für Gesellschaft und Trost.
Denn niemand kann ein Buch erklären. Weder der Autor. Aber alle können es lesen. „Die Mutter des Hundes“ wurde erstmals 1990 veröffentlicht und berührt seitdem nicht nur das griechische Lesepublikum, sondern auch Liebhaber guter Literatur im Ausland.
Das vielfach übersetzte Meisterwerk von Pavlos Matesis wurde von der einheimischen und globalen Kritik gelobt und von dem Londoner Verlag Quintet Publishing in die Liste der 1001 Bücher der Weltliteratur aufgenommen, die man bis zum Ende seines Lebens gelesen haben sollte (in dem Band „1001 Books You Must Read Before You Die“). Über das Buch wurde geschrieben: „In 'Die Mutter des Hundes', wie Faulkner in 'Schall und Wahn', gibt Matesis den Wortführern der geistig Armen [...] ein äußerst starkes Werk“. Le Monde
„Ein herausragendes Werk der griechischen – und nicht nur der – zeitgenössischen Literatur [...] jede Seite bewegt uns und fesselt uns“. Die Welt
„Das Leben explodiert wie eine Bombe [...] unzählige Szenen werden wir uns erinnern“. Corriere della Sera
„Es verfügt über die tiefgreifende Ambivalenz großer Werke [...] Ein Enthusiasmus und eine Virtuosität, die an Fellini erinnern“. La Quinzaine Littéraire
„Matesis ist ein sehr großer Romanautor“. L’ Express
„Nur ein Meister des Schreibens könnte dieses Buch schreiben“. Alan Sillitoe
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