Was wissen wir über den Text? In letzter Zeit versucht die Theorie, eine Antwort zu geben. Doch bleibt eine Frage: Was genießen wir am Text? Diese Frage müssen wir auch nur aus einem taktischen Grund stellen: Wir müssen das Vergnügen am Text gegen die Gleichgültigkeit der Wissenschaft und den Puritanismus der ideologischen Analyse legitimieren; wir müssen das Vergnügen am Text gegen die Erniedrigung der Literatur als bloße Unterhaltung legitimieren.
Wie können wir die Frage stellen? Das Besondere am Vergnügen ist, dass es sich nicht aussprechen lässt. Daher mussten wir auf eine ungeordnete Reihe von Auszügen zurückgreifen: glänzende Seiten, Pinselstriche, Punkte – Gefängnisse eines unsichtbaren Entwurfs: einfache Inszenierung der Frage, nicht-wissenschaftlicher Trieb der Textanalyse.
Roland Barthes: Wenn ich diesen Satz, diese Geschichte oder dieses Wort lese und genieße, dann ist es, weil sie im Vergnügen geschrieben sind. Doch das Gegenteil? Schreibe ich im Vergnügen, garantiere ich dann – ich, der Autor – das Vergnügen meines Lesers? Überhaupt nicht. Diesen Leser muss ich suchen [„fischen“], ohne zu wissen, wo er ist. Und so entsteht ein Raum der Lust. Es ist nicht das „Gesicht“ des anderen, das ich brauche, es ist der Raum...
Roland Barthes
Hersteller
- Autor
- Roland Barthes
- Verleger
- Kedros
- Genre
- Linguistische Bücher
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 112
- Veröffentlichungsdatum
- 2022
- Abmessungen
- 14x21 cm
- Ursprünglicher Titel
- Der Genuss des Textes
- Sprache
- Griechisch
- ISBN-13
- 9789600452389
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