Diese Arbeit ist das Produkt einer Reihe von dreißig Vorlesungen an der Goulandris-Horn-Stiftung im akademischen Jahr 1997-1998 und entsprechend an der Vasilis und Marinas Theocharakis Stiftung von Januar 2012 bis Januar 2013, mit einer Unterbrechung während des Sommers. Es handelt sich nicht um eine einfache Wiederholung.
Die erste Vorlesungsreihe gab den Rahmen und den Geist der Herangehensweise; in der zweiten strebte ich nach Vertiefungen, die während der fünfzehn Jahre, die dazwischen lagen, gereift sind. Ich sah sie von Anfang an sich abzeichnen und entschied, zu warten.
Gegenstand meiner interpretativen Lektüre ist diesmal Platons Staat. Es versteht sich von selbst, dass ich keine Rückkehr in die Vergangenheit im Sinn habe. Da jedoch materielle Fortschritte nicht unbedingt auch moralische Fortschritte sind, da die Anforderungen der Effektivität dies nicht verlangen, kann eine Rückbesinnung auf die Quellen der Ursprünglichkeit und ihre zeitlose Wirksamkeit ein geeignetes Maß für die Kontrolle der Abweichung zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen darstellen.
Wir lesen die Klassiker ständig neu, um die Gewinne und Verluste unserer Entscheidungen aus historischer Perspektive reifer zu bewerten. Wir gehen der Bilanz im Licht der Logik der Wurzeln und der Art und Weise nach, wie wir sie jeweils interpretieren. Wir entblättern die Texte, um uns mit ihren Bedeutungen auseinanderzusetzen, und führen fragend unsere Zeit in ihre geistige Dauer ein, um ihr Gestalt zu verleihen und ihre wertvollen Elemente zu erkennen.
Die analytische Arbeit mit den Informationen hilft bis zu einem gewissen Punkt bei der reflexiven Verarbeitung der Texte im interpretativen Unterfangen. Die Texte der Vergangenheit sprechen auch heute noch zu uns, hauptsächlich weil wir ihre tiefere Sorge teilen, und zweitens, weil wir die biografischen Details ihrer Autoren und den historischen Kontext der Gesellschaften kennen.
Ein Kulturwerk wie der Staat würde uns nicht viel mehr sagen als das, was es schreibt, wenn wir nicht zeitübergreifend auf ähnliche oder gemeinsame Probleme wie Platon stoßen würden.
Im Gegensatz dazu zwingt uns die antiquarische Perspektive, ich nenne sie so, dazu, auf Ausgrabungen und Restaurierungen von Ruinen zu beharren oder akribische Messungen von Denkmälern vorzunehmen und gleichzeitig eine pendelnde Zeit zu akzeptieren, die zweifellos mit Wissen beladen ist, aber eine Zeit, die weder mobilisiert noch erst recht befähigt.
Und wie soll sie befähigen, wenn mit der Flut an Informationen die Welt des Textes objektiv und in der Unendlichkeit der Bedeutung verschlossen wird? Die befreite Energie des Textes mobilisiert den Geist, indem sie die Zeit poetisch überspringt wie einen Ausgangspunkt für einen neuen Anfang.
[Auszug aus dem Text des Vorworts]
Hersteller
Produktdetails
- Autor
- Stelios Ramfos
- Verleger
- Armos
- Untertitel
- Lektüre des Staates von Plato
- Sprache
- Griechisch
- ISBN-13
- 9789605277895
Ausgabe
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 336
- Abmessungen
- 17x25 cm
- Veröffentlichungsdatum
- 11/2013
- Veröffentlichungsdatum
- 2013
Inhalt
- Lesestufe
- Klassische Texte
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