Nachdem ich die Übersetzung von Sophokles' Elektra abgeschlossen hatte, wurde ich fast unbewusst zur Übersetzung der gleichnamigen Euripides-Version geleitet - und wahrscheinlich wird der nächste Schritt die Übersetzung der gleichnamigen Choephoren von Aischylos sein.
Was meine allgemeinen Gedanken zur Übersetzung der tragischen Texte betrifft, habe ich nichts hinzuzufügen zu dem, was ich in den „Kleinen Prolegomena“ meiner Übersetzung von Sophokles' Elektra (Smíli 2022) geschrieben habe. Ich möchte lediglich - anlässlich der Tatsache, dass der Mythos von Euripides' Elektra auch den thematischen Kern von Sophokles' gleichnamiger Elektra sowie von Aischylos' Choephoren bildet - darauf hinweisen, dass das heutige Publikum möglicherweise diese „Originalitäts“-Abwesenheit als fremd empfindet, während ich andererseits daran erinnern möchte, dass das Konzept der Originalität in der klassischen Zeit vollkommen unvereinbar mit unserem eigenen ist.
Für den Übersetzer ist es eine Freude, hinter der trügerischen Ähnlichkeit der Oberfläche zu entdecken, dass die persönliche Handschrift der großen Dichter eine „Geschichte“, die typischerweise ähnlich ist, radikal unterscheidet. Was die Unterschiede zwischen den drei gleichnamigen Tragödien angeht, wurde von vielen bedeutenden Forschern so viel geschrieben, dass ich nichts Neues hinzufügen kann, außer zu sagen, dass ich beim Übersetzen der beiden Elektras „verse für verse“ die großen Unterschiede erlebt habe, die sich aus dem unterschiedlichen Umgang mit dem Thema von ihren genialen Schöpfern ergeben – Unterschiede, die ich bis dahin einfach „gelesen“ hatte.
Und mein Gewinn wuchs, als ich auch die Choephoren von Aischylos ins Bild setzte, mit denen Euripides' Elektra mehr „spricht“ als mit der gleichnamigen Tragödie von Sophokles. Und all das, ohne die schmerzliche Verlust der Aussprache der Athener des 5. Jahrhunderts zu vergessen, die droht, das lebendige Wort der handelnden Personen in einen geschriebenen Text umzuwandeln, und zweitens den zusätzlichen Verlust der Melodie der Chöre, die droht, das für den Tanz bestimmte Lied in ein Gedicht zum Lesen zu verwandeln.
Hersteller
- Autor
- Eyripidis
- Verleger
- Smili
- Genre
- Antike griechische Literatur
- Untertitel
- -
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 108
- Veröffentlichungsdatum
- 10/2023
- Veröffentlichungsdatum
- 2023
- Abmessungen
- 14x21 cm
- Sprache
- Griechisch
- Originaltext
- Nein
- Klassische Literaturbücher
- -
- Zweisprachige Ausgabe
- Nein
- ISBN-13
- 9786182110522
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