Gerade vor dem Ende des Ersten Weltkriegs versucht Caroline in einem dystopischen Dänemark zu überleben. Sie kämpft mit Einsamkeit und Verzweiflung, da ihr Ehemann vom Krieg nicht zurückkehrt und sie sich in einer finanziell schwierigen Lage befindet. Auf ihrer Suche nach einem besseren Leben wird ihre Bekanntschaft mit Dagmar, einer Frau, die ihr hilft, eine Pflegefamilie für ihr Baby zu finden, entscheidend. An Dagmars Seite findet Caroline eine neue Familie, neue Hoffnung und die Kraft, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Doch sie wird entdecken, dass Solidarität auch dunkle Seiten haben kann. „Das Mädchen mit der Nadel“ erzählt eine bewegende Geschichte, die die Kraft der Frauen zeigt, sich neu zu erfinden und ihre Unabhängigkeit zu fordern – selbst in einer Welt voller Patriarchat und Krieg.
Der schwedische Regisseur Magnus von Horn, der in Polen lebt und an der Nationalen Filmschule Lódz unterrichtet, lässt sich von Dingen inspirieren, die ihm Angst machen, ohne zu schockieren, denn er sucht stets die Menschlichkeit, selbst in der Härte. Er verweist auf die „erschreckende Ähnlichkeit, die das schwarz-weiße Dänemark der 1920er Jahre mit der modernen europäischen Gesellschaft haben kann“, sowie auf die Frage des Recht auf Abtreibung, die in Europa und Amerika wieder diskutiert wird.
Dieser schwarz-weiße Film besticht durch eine faszinierende Bildsprache und zeigt die zeitlose Position der Frauen in einer Welt aus Patriarchat, Klassenungleichheit und sexueller Ausbeutung.
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